Der Blick hinter das Hindernis.

Wieviel Selbstreflexion ist eigentlich noch gesund und ab wann fängt es an, mehr zu schaden, als tatsächlich zu reparieren?

Wenn wir uns, mit uns selbst, auseinandersetzen, kommen wir nicht umher, unser Handeln zu hinterfragen – unsere Beweggründe. Welche Absicht verfolge ich damit, wenn ich der älteren Dame über die Straße helfe? Will ich, dass man mich für einen guten Menschen hält? Will ich mich vielleicht selbst davon überzeugen?

Wenn ich euch einen Rat geben kann, dann diesen: Hinterfragt euer Verhalten dann, wenn es euch und/oder anderen geschadet hat. Aber überanalysiert nicht noch eure guten Taten. Wenn sie aufrichtig sind und vom Herzen kommen, reicht das vollkommen aus. Denn, man kann sich schnell darin verlieren, alles zu hinterfragen und dann kann es schwer werden, nicht in eine Paranoia zu geraten.

Die Balance in allem zu finden, ist das eine, aber sie zu halten, etwas anderes. Wir Menschen leben fast nur in Extremen. Gut und Böse. Schwarz und Weiß. Tatsächlich ist es nicht so einfach, das Leben nur in zwei Bereiche einzuteilen. Die Existenz von uns allen ist viel komplexer. Wir haben jeden Morgen, nach dem Aufstehen, die Wahl. Wer wollen wir heute sein? Und wir sind auch immer jemand anderes. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich, auch, wenn wir uns, gefühlt, in einem Hamsterrad befinden. Wir wiederholen die Muster und entscheiden uns meistens gleich – aus Gewohnheit. Aber was passiert, wenn wir uns, in so einer Situation, mal anders verhalten?

Wir springen – shiften – würde man es auf Social Media nennen. In dem Moment, in dem wir uns dazu entscheiden anders zu reagieren, schalten wir eine neue Zeitlinie frei. Eine neue Dimension, sozusagen, mit neuen Ereignissen. Wenn man in der Quantenphysik oder auch in der Spiritualität darüber spricht, versteht man, im ersten Moment, rein gar nichts und wir stellen uns Portale vor, durch die wir gehen, um dann in einer anderen Realität rauszukommen. Genauso wie das Zeitreisen, was ein jener von uns tut.

Wir existieren genau jetzt. Ich in dem Moment, in dem ich diesen Beitrag verfasse und du in dem Moment, in dem du ihn liest. Zeitlich liegen wir komplett auseinander, also könnte man meinen ich schicke dir eine Nachricht aus der Vergangenheit. Witzig, oder? Wir tendieren dazu, alles komplexer und schwieriger zu verstehen, als es eigentlich ist. Die Wahrheit ist, es ist ziemlich leicht, aber dafür muss man, erst mal, zugänglich werden.

Im Bezug auf die Zeitreisen habe ich ein einfacheres Beispiel. Alles basiert auf Mustern – wir auch. Muster, in unserem Verhalten, sind in unserer Vergangenheit geprägt worden und somit entstanden. Die meisten von uns sind sog. „Gewohnheitstiere“ – ich war/bin auch eins. Sie finden nur sehr schwer aus diesen Mustern heraus, deshalb wird es einfach, durch diese Muster, auch die Zukunft, der jeweiligen Person, vorauszusagen. Nehmen wir mal an, dass dein Partner, nach jedem stressigen Arbeitstag, zu einem Feierabendbier greift. Er lernt also, seinen inneren Stress mit Alkohol auszugleichen. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass sich dies bald auf alle stressigen Situationen überträgt. Ein Streit? Ein Bier. Natürlich muss es nicht dazu kommen, wir reden von der Wahrscheinlichkeit – die Wahrscheinlichkeitstheorie. Denn sein Körper wird sich dieses Verhalten merken. Er speichert es ab, dass sobald der Stress im Körper steigt, Alkohol folgt. Somit wird er, von ganz allein, dieses Verlangen danach spüren, obwohl er vielleicht keinen trinken möchte.

Kann er dieses Muster nicht durchbrechen, können wir seine Zukunft voraussagen, weil er immer wieder seine Vergangenheit wiederholt – also in die Vergangenheit „reist“. In die Zukunft würde er reisen, wenn er, statt zu dem Bier zu greifen, zum Sport geht, um sich abzureagieren. Ich denke mal, dass man es anhand dieser Theorie besser verstehen kann.

Ich finde es interessant, wie viele Menschen bereits nach und nach zum Bewusstsein finden. Und nein, ich spreche nicht von diesem „New Age“ Shit. Nur, weil man beginnt die Systeme, der Regierungen und der Welt, zu verstehen, bedeutet es noch lange nicht, man wäre „erwacht“.

Es ist eine Beleidigung für alle, die den harten Weg auf sich genommen haben und dazu gefunden haben. Aber auch ich weiß, dass es mein Ego ist, welches sich dadurch gekränkt fühlt. Ein bewusster Mensch zu sein, ist Segen und Fluch zu gleich.

Die perfekte Mitte. Balance.

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