Nachdem ich also Bekanntschaft mit meiner Seele machen durfte, folgten immer mehr solcher Erfahrungen. Es war, als hätte ich plötzlich Zugriff auf etwas, dass die ganze Zeit in mir darauf gewartet hatte, benutzt zu werden.
Meine Worte fingen an eine andere Auswirkung zu haben. Sie wurden real, bzw. formten sie die Realität. Und nein, ich habe dadurch keine Millionen auf meinen Couchtisch bestellt. Diese Fähigkeit gelingt mir nur dann, wenn die Worte und Intentionen dahinter, bedingungslos und mit Aufrichtigkeit über meine Zunge kommen. Einige Freunde in meinem Umfeld wurden darauf aufmerksam, aber sie verbuchten es in ihren Köpfen unter seltsamen Zufällen und das war in Ordnung für mich. Denn ich konnte es auch noch nicht ganz begreifen.
Das Erste, was passiert, nachdem man seine Seele gefunden hat oder „erwacht“, wenn ich es mit den Worten der heutigen Zeit ausdrücken will, ist, dass man glaubt, man sei die oder der Auserwählte. Man befindet sich ab dem Zeitpunkt auf einer ganz anderen Bewusstseinsebene, als der Rest der Mehrheit. Ab da ging der Spaß nämlich erst richtig los.
Einerseits weißt du, dass du unmöglich die einzige Person sein kannst, die diese Erfahrung gemacht hat und andererseits fragst du dich dann, wieso wir uns dort befinden, wo wir sind. Was ist mit uns, im Kollektiv, geschehen?
So viele Fragen stellten sich mir und ich wollte Antworten. Ich bestellte Bücher und plötzlich fand ich sogar zu einem bestimmten wieder zurück, welches ich mir schon Jahre vorher gekauft hatte. Be Here Now, von Ram Dass. Zu dem Zeitpunkt, als ich es mir gekauft hatte, konnte ich es nicht verstehen. Ein paar Seiten hatte ich gelesen und es dann verschlossen. Aber jetzt? Ich verschlang es. Jede Seite und jedes Bild. Ich wusste, ich war nicht alleine.
An einem Nachmittag, im Sommer, schien die Sonne in mein Zimmer – direkt auf mein Bett. Ich liebe die Sonne. Nichts auf der Welt lässt mich mehr lebendig fühlen, als ihre Strahlen. Aus irgendeinem Grund entschloss ich mich sie anzusehen. Ja, es war schwer am Anfang, die Augen offen zu halten und ich ließ auch keine Gedanken an eine verletzte Hornhaut, zu.
Zwischendurch musste ich dann doch mal die Augen schließen. Und plötzlich tauchten Muster hinter ihnen auf. Bunte Muster. Spiralen. Ich erkannte in der Dunkelheit eine Person im Schneidersitz, um sie herum befand sich eine Art heller Schein. Im nächsten Moment sah ich Dreiecke. Zuerst aufrecht und später umgekehrt.

Anschließend waren überall Gesichter und irgendwann blieben nur noch die Augen übrig. Sie sahen mich an. Oder sah ich sie an?

Es war ein überwältigendes Gefühl. Zuerst verstand ich die Symbole nicht und machte mich, etwas später, auf die Suche danach. Ich fand Bilder, die dem, was ich sah, sehr ähnlich kamen. Wonach ich aber länger suchte, waren Informationen zu den drei Sonnen. Ich konnte mit der Zeit nämlich drei Sonnen am Himmel erkennen und das hatte mich nicht mehr los gelassen. Was das Alles zu bedeuten hatte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich war einfach gefesselt.
Irgendwann begann ich auch mit meiner Energie herumzuspielen. Ich wollte mein Umfeld beeinflussen. Positiv. Und es gelang mir auch. Ich sprach morgens Dinge aus, bevor ich auf die Arbeit ging und ab und zu wurden sie real. Ich hatte keine Angst, aber ich hatte das Gefühl den Verstand zu verlieren – was ich auch tat. Ich verlor mein altes Ich. Stück, für Stück, immer mehr. Wer war ich eigentlich wirklich?
Man wandelt auf einem sehr, sehr schmalen Grad zwischen Bewusstsein und Psychose, denn man wurde losgerissen von der „aktuellen“ Realität und weiß, dass wir eine andere kreieren müssen. Eine, die nicht mal in den Vorstellungen der Meisten steckt und doch wäre sie die Lösung, all ihrer vermeintlichen Probleme. Welche Realität wählt man? Du kannst sie kreieren, darfst dich dabei aber nicht verlieren. Erdung war so oft notwendig. In die Natur gehen oder vermehrt Nahrung zu sich nehmen. Dinge tun, die ein „normaler“ Mensch tun würde. Zuvor war es schon sehr schwer für mich, in die Massen zu passen, aber jetzt? Unmöglich.
Umso tiefer ich mich selbst erkundigte, desto mehr konnte ich vom Universum sehen. Ich begann das Universum in fast allem zu sehen. Auf der Arbeit sah ich in die Augen meiner Kollegen und plötzlich waren sie keine Erwachsenen mehr. Sie wurden zu Kindern und genau so empfand ich auch für sie. Unwissend und quälend versuchten sie dieses Leben weiterzuleben, obwohl es so offensichtlich nicht funktionierte. Natürlich klammerten sie an dem, was sie als einziges kannten. Ich klammerte einst auch und weiß noch nicht zu 100%, wie es dazu kam, dass ich dieses Vergnügen hatte. Na ja, ich liebe es einerseits, jedoch ist es auch verdammt hart. Alles fällt weg. Entweder man wird verrückt, bei dem Versuch, andere Bewusst zu machen – was man nicht kann – oder man wird zum Eremit.
Der Zeitaufwand wurde immer kürzer, den ich gebraucht hatte, um Menschen, für das was sie sind, zu sehen. Ich verstand meine Verbindung zu jedem einzelnen Menschen, der bis dato eine Auswirkung auf mein Leben hatte. Meine Muster wurden mir immer deutlicher und deshalb konnte ich die Muster derer, die um mich herum waren, immer klarer wahrnehmen. Ich konnte in die Zukunft sehen, in kleinen Bereichen. Immerhin wusste ich ganz genau, wer etwas tun würde und warum.
Das Ziel ist es, ein offenes Herz zu tragen. Seine eigene Energie mit der von der Erde zu vereinen. Aber, wenn man eine solche Energie freisetzt, muss man sich sehr gut darauf vorbereiten. Was ich nicht tat. Ich war naiv und wollte mehr herausfinden – weiter experimentieren. Mein Inneres war voller Wohlwollen und Liebe, dass ich vergaß, dass nicht jeder von uns so war.
Diese Energie zieht alles an. So wie Licht auch Motten anlocken kann oder sonstige Insekten. Plötzlich wollten immer mehr Menschen um mich herum sein. Fremde haben mir plötzlich angeboten, mich in ihrem Auto mitzunehmen, wenn ich unterwegs war. Freunde und Arbeitskollegen hatten plötzlich vermehrt das Bedürfnis mich zu berühren. Es war der Wahnsinn – nicht nur im positivem Sinne.
Sie wollten in meiner Nähe sein, um selbst von dieser Energie zu profitieren. Neid entstand. Rivalitäten entstanden. All das war nie meine Absicht, aber plötzlich, hatte ich das Gefühl, ich könnte Yeshua verstehen. Auch er war ein bewusster Mensch und wollte nur das Gute für uns. Dennoch wendeten sich andere gegen ihn. Ich war nie gläubig und ich wollte auch nie eine Kette mit seinem Kreuz tragen. Es war ein Symbol unseres Versagens. Wir haben ihn getötet. Ein jener von uns. Stattdessen hatte ich plötzlich das Bedürfnis, eine Kette seiner Mutter, Maria, zu tragen. Sie hat seine Seele schließlich hierher gebracht. Ihr gebührt die größte Ehre, aber viele vergessen das.
Also meditierte ich nicht mehr mit offenem Herzen und verlor dieses Bewusstsein nach und nach aus dem Fokus. Ich setzte mich mit dieser schrecklichen Realität immer wieder auseinander. Wieso tun wir uns das alles an? Es ist so offensichtlich falsch und dennoch beugen wir uns. Aber wem sie sich beugen, wissen die Meisten nicht mal wirklich.
Sie warten einfach auf den einen Tag, an dem einer von uns, den Mut besitzt und andere ihm oder ihr Folgen können. So wie in Matrix, muss nur einer von uns fest genug daran glauben, der Auserwählte zu sein und unser Glaube an ihn wird ihm die nötige Energie geben uns zu befreien. So wie Moses sein Volk aus der ägyptischen Sklaverei. Es gibt immer mehr Menschen, die diese neue Bewusstseinsebene erlangen und deshalb ist es so wichtig, darüber zu erzählen, zu schreiben oder zu singen. Unsere Seele möchte zum Ausdruck gebracht werden, damit sie von anderen gefunden werden kann. Damit sie sie in ihnen selbst finden können. Ja, du verstehst richtig. Einerseits sollen wir niemanden Bewusst machen, aber wir dürfen auch nicht schweigen. Jeder muss seinen eigenen Weg gehen und wir dürfen sie nicht „überreden“, selbst wenn wir wissen, dass es stimmt. Es würde nur ein Kampf entstehen, zwischen Recht und Unrecht – gut und böse. So funktionieren wir eben – noch.
Neben all diesen neuen Erfahrungen, wurden mir aber auch bereits vergangene Geschehnisse deutlicher bewusst. Ich hatte in der Vergangenheit einen Crush auf einen Typen in meinem Gym. Ich war ziemlich fokussiert auf ihn und während eines Mittagsschlafs, hörte ich in meinem Traum eine Stimme zu mir sprechen. „Er ist nicht der Eine.“, sagte sie, mit klarer und sanfter Stimme. Und ohne es zu hinterfragen, verstand ich die Nachricht, verlor das Interesse an ihm und somit verschwand er sogar aus meiner Realität. Ich sah ihn nicht mehr wieder.
Schon als Kind hatte ich das Gefühl, dass ich manchmal durch die Zeit reisen würde. Déjà-vu’s bestätigten irgendwann mein Gefühl. Ich nehme mein Leben rückwärts wahr, auch, wenn ich es eigentlich vorwärts lebe. Wenn etwas geschehen ist, erkenne ich direkt wieso, wozu es geführt hat und führen wird. Lenkungen durch unterbewusste Impulse führen zu Entscheidungen. Ich konnte, ab einem gewissen Level des Bewusstseins, auch die Klänge in meinem geladenen Sonnen- und Mondwasser hören. So viele Dinge haben Einfluss darauf, ob wir empfangen können oder nicht. Und dennoch fand ich den Kanal, als ich nicht mal Ansatzweise so „clean“ war, wie jetzt.
Kein Alkohol, keine Zigaretten und kein Fleisch. Dazu kam noch geladenes Wasser. Es war, als spülte ich, das ganze Toxin in mir, heraus. Es manifestierte sich in meinem Kopf, wie ein Wahn und dennoch war ich so klar. Natürlich gibt es Empfehlungen, worauf wir alles verzichten sollten, um Zugang zum Höheren zu erhalten. Allerdings führt dies vielleicht zu Zwang und Kontrolle, wenn auch nicht gewollt. Man wird gefunden, so oder so, man muss nur die Intention haben. Es ist verwirrend und komplex, aber nichts in meinem Leben hat sich mehr gelohnt.
Ich begann sogar über mein Smartphone gewisse Dinge zu erhalten. Besonders über die Musik. Die Wege, um Kontakt aufzubauen, sind fast unendlich und dennoch, muss man sie erst mal aktiv wahrnehmen können. Es gibt keine Zufälle. Es gibt keinen Systemabsturz. Alles passiert, weil es passieren soll.
Immer wieder befinde ich mich in dem Konflikt des Kreierens und Erlebens. Denn alles davon geschieht gleichzeitig und alle möglichen Zeitlinien existieren auch – im selben Moment. Hier und jetzt gerad, gibt es irgendwo eine Version von mir, die nicht zu diesem Bewusstsein gefunden hat und genauso gibt es eine Version, die bereits viel weiter damit ist. Und noch viele andere. Ich spüre mittlerweile ganz genau, in meinem Körper, wann ich einen solchen Wechsel vollziehe. Obwohl ich nach jeder neuen Erkenntnis, das Gefühl bekomme, weiter zu sein, befinde ich mich einfach nur an einem neuen Anfang.

Ouroboros.
Dieses Jahr war seins. Das Jahr der Schlange. Sehr viel ging zu Ende, damit neues beginnen kann.
Was wird wohl meine Aufgabe sein?

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